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Dieser Artikel wurde am
29. April 2014 veröffentlicht.

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Zähneputzen: Die 10 größten Irrtümer

Irrtümer rund ums Zähneputzen

© Pavle – Fotolia.com

Manche Regeln sind schlichtweg veraltet. Andere sind zwar nach wie vor gültig, sind aber dem Volksmund nur zum Teil bekannt. Und so kommt es, dass viele Deutsche ihre Zähne falsch putzen – ohne es zu wissen. Welchen Irrtümern Sie besser nicht auf den Leim gehen, verrät dieser Artikel.

Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen!

Diese Regel sollte auf den Punkt bringen, worauf es bei der optimalen Zahnpflege ankommt. Vor ein paar Jahren. Regelmäßig Zähneputzen ist natürlich wichtig, um Zahnerkrankungen vorzubeugen, aber zweimal pro Tag gilt heute als ausreichend. Außerdem ist es nicht immer empfehlenswert, gleich nach dem Essen zur Zahnbürste zu greifen. Standen saure Speisen wie Joghurt, Zitrusfrüchte oder Wein auf dem Tisch, warten Sie besser eine Stunde mit der Zahnpflege. Denn die sauren Lebensmittel strapazieren den Zahnschmelz. Wer nun seine Zähne putzt, sorgt dafür, dass sich kleine Partikel aus dem Zahnschmelz lösen – und die Zähne verwundbarer werden.

Zucker löst Karies aus

Nicht der Zucker, sondern die Bakterien sind es, die den Zähnen Probleme bereiten. Zucker und auch Kohlenhydrate schädigen die Zähne nur indirekt, indem sie den Bakterien als Lebensgrundlage dienen. Unangenehme Folgen hat vor allem die Säure, die von Bakterien gebildet wird und die Zähne und Zahnfleisch angreift.

Fest schrubben entfernt Plaque

Manche drücken fest zu, um besonders viel Plaque zu entfernen. Doch damit erreichen sie eher das Gegenteil: Die Borsten spreizen sich und erreichen die Zähne nicht mehr gut, so berichtet die Shape. Wer zu fest aufdrückt, strapaziert außerdem sein Zahnfleisch.

Kreisbewegungen sind besonders effektiv

Lange rieten Zahnärzte zu kreisenden Bewegungen: Von Rot nach Weiß, also vom Zehnfleisch zu den Zähnen, solle man putzen, um Plaque möglichst gut zu entfernen. Doch mittlerweile hat sich die sogenannte Rütteltechnik als effektiver erwiesen. Wenn Sie die Zahnbürste im 45-Grad-Winkel an den Zahnfleischrand ansetzen, um dann leicht zu rütteln, entfernen Sie auch die Bakterien, die sich in den Zahnzwischenräumen und den Zahnfleischtaschen angesammelt haben. Die erreichen Sie mit kreisenden Bewegungen kaum.

Tee ist schlecht für die Zähne

Schwarzer Tee sorgt zwar für unschöne Verfärbungen, greift die Zähne aber nicht an. Tee enthält sogar Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Fluorid, das den Zahnschmelz stärkt.

Fluor härtet den Zahnschmelz

Es stimmt, dass Fluor den Zahnschmelz schützt. Er härtet den Zahnschmelz aber nicht ab, sondern stärkt die Mundgesundheit indirekt: Fluor wirkt wie ein Katalysator, der dafür sorgt, dass sich mehr Kalzium und Phosphor im Zahnschmelz anlagern. Dadurch bilden sich weniger Löcher, so Focus-Online.

Harte Zahnbürsten stärken das Zahnfleisch

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass mittelharte bis weiche Zahnbürsten besser für die Zahnpflege geeignet sind. Denn harte Zahnbürsten können das Zahnfleisch verletzen – was wiederum die Entstehung von Parodontose begünstigt.

Elektrische Zahnbürsten entfernen Plaque am besten

Mit ihren vielen Umdrehungen pro Minute soll die elektrische Zahnbürste für beste Putzergebnisse sorgen. Das lassen sich viele Menschen einiges kosten. Doch die elektrische Zahnbürste ist nicht automatisch besser, denn letztlich entscheidet die Putztechnik, ob die Bakterien tatsächlich optimal entfernt werden.

Zahncremes für weiße Zähne sind empfehlenswert

Es klingt so vielversprechend: Weißmacher-Zahnpasta soll für weiße Zähne und ein strahlendes Lächeln sorgen. Doch die Schleifkörper, die in diesen Cremes enthalten sind, greifen nicht nur Plaque, sondern auch den Zahnschmelz an. Deshalb sind diese Produkte nicht für den dauerhaften Gebrauch geeignet.

Die Pflege der Milchzähne spielt keine große Rolle

Nach ein paar Jahren fallen die Milchzähne von selbst aus. Wer glaubt, dass deshalb keine Pflege nötig sei, liegt jedoch falsch. Denn Schäden an den Milchzähnen wirken sich auch negativ auf die nachfolgenden Zähne aus. Zahnhygiene spielt daher auch bei Kindern eine Rolle.

Fazit: Zähneputzen will gelernt sein. Wer die Irrtümer kennt, die sich um die optimale Zahnpflege ranken, kann Karies und Parodontose besser vorbeugen. Und damit fatale Folgen schlechter Zahnpflege, nicht nur für die Mundgesundheit, vermeiden.

Mehr Zahnpflegemythen:

3 Kommentare

  1. Claudia
    30. April 2014

    Eigentlich erschreckend, wie viele Mythen hinsichtlich der Zahnpflege bis heute existieren. Mir war beispielsweise nicht bewusst, dass sich zu häufiges Zähne putzen sogar negativ auswirken kann. Aber eigentlich logisch, auch bei der Haut ist eine Überpflege durch zu häufiges Duschen und zu viele Produkte schädlich – warum sollte es bei der Zahnpflege anders sein? Schließlich haben auch die Zähne eine körpereigene Schutzschicht, die durch Überbeanspruchung verletzt wird. Wie sieht es eigentlich aus mit Kaugummi kauen nach dem Mittagessen, wirkt sich das positiv auf die Zahngesundheit aus?

    Danke für die Aufklärung, da waren einige neue Informationen hinsichtlich Zahnpflege für mich dabei!

  2. Redaktion
    2. Mai 2014

    Liebe Claudia,
    wer dreimal täglich Zähneputzen möchte, kann das ruhig tun. Zähneputzen kann nur dann schädlich sein, wenn man direkt nach dem Verzehr saurer Speisen zur Zahnbürste greift. Zuckerfreie Kaugummis sind dann gute Alternativen: Sie regen den Speichelfluss an und entfernen dadurch Speisereste.

  3. Pain
    22. Januar 2015

    Wie schlimm ist es wenn mann einmal vergisst und sich trotzdem die Zähne putzt, zbs.. nach Eistee ist der ganze Zahnschmelz zerstört. Und sich die Zähne nicht zu feste schrubbt, oder sollte man gerade zum Zahnarzt rennen. Kommt doch darauf an wie schlimm die Säuren sind oder? Ich meine muss mann sich Sorgen machen?

    Das ist doch ein längerer Prozess oder nicht durch einmal zur falschen Zeitpunkt putzen, da werden doch die Zähne nicht verwundbar?

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