Meta

Dieser Artikel wurde am
2. Mai 2013 veröffentlicht.

Bildrechte

© Benjamin Haas - Fotolia.com

Arztsuche

Wie viele Sklaven arbeiten für mich?

Business TeamSklaverei scheint ein Thema vergangener Zeiten zu sein: Die meisten denken dabei an das alte Rom oder an die amerikanischen Baumwollplantagen des vorletzten Jahrhunderts. Doch Sklaven gibt es auch heute noch. Mittlerweile gibt es sogar die Möglichkeit, sich ausrechnen zu lassen, wie viele unsichtbare Sklaven im Hintergrund für uns arbeiten.

Wie alles begann

Alles begann, wie so oft, mit einer Idee. Nachdem Justin Dillon Benefiz-Konzerte veranstaltete, um gegen die weltweite Sklaverei vorzugehen, drehte er auch einen Film über das Thema. Das U.S. State Departement wurde auf sein Werk aufmerksam und bat ihn, das Thema unters Volk zu bringen. Er sollte Mittel und Wege finden, den Menschen irgendwie verständlich zu machen, dass Sklaven nicht nur in vergangenen Zeiten lebten – sondern dass es auch heute noch Millionen Menschen gibt, die zur Arbeit gezwungen werden. Und dass wir es sind, die von dieser Arbeit profitieren und deren Produkte kaufen.

Das Tool

Justin Dillon entwarf nun ein Tool, das ausrechnet, wie viele Sklaven für uns arbeiten. Angeben muss der User nur einige Daten zu seinem Konsumverhalten: Wie groß seine Wohnung ist, wie viele Kleidungsstücke er besitzt, was er isst, welche Kosmetika in seinem Badezimmer stehen und so weiter. Aus all diesen Daten berechnet das Tool schließlich eine  Zahl – die  Zahl derer, die arbeiten müssen, damit all diese Güter überhaupt hergestellt werden können.

Hintergrundinformationen zur Sklaverei

Nebenbei erhält der User auch Hintergrundinformationen zum Thema. Wer sind die Sklaven eigentlich, wo arbeiten sie, was produzieren sie? Viele der unfreiwilligen Arbeiter sind Kinder, die nicht zur Schule gehen, sondern zur Arbeit gezwungen zu werden. Kinder aus Usbekistan sind es beispielsweise, die auf Baumwollplantagen arbeiten, damit wir billige T-Shirts kaufen können. Vom Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sind viele Kinder im Kongo dagegen damit beschäftigt, Coltan schürfen, das Bestandteil vieler Handys ist. Insgesamt gibt es mindestens 27 Millionen Sklaven, die Rohstoffe gewinnen, aus denen die Produkte hergestellt sind, die unser Leben erleichtern sollen – meist aber doch nur in der Ecke landen, weil sowieso zu viel von allem da ist.

 

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren:

Ein Kommentar

  1. Dave
    24. Mai 2013

    Es ist erschreckend und ich bin total schockiert. Ich habe den Test gemacht, für mich arbeiten 70 “Sklaven”. Ich muss mein Konsumverhalten wirklich noch einmal gründlich überdenken. Wir als Verbraucher haben es ja eigentlich in der Hand. Wenn wir nur auf Produkte zurückgreifen, die ethisch produziert werden und Produkte, die aus Ausbeutung stammen, meiden, können wir etwas erreichen.

Schreib uns Deine Meinung zu Dave