Meta

Dieser Artikel wurde am
31. Januar 2012 veröffentlicht.

Bildrechte

Sarilonka - sxc.hu

Arztsuche

Von der Pflanze zum Medikament

Pflanzen dienen den Menschen seit Jahrtausenden zur Behandlung akuter und chronischer Krankheiten. Auch in hochtechnologisierten Zeiten spielen pflanzliche Substanzen eine wichtige Rolle. Aus ihnen werden Medikamente gegen Herzerkrankungen, Kopfschmerzen und zukünftig vielleicht auch gegen Krebs gewonnen.

Aus Weidenrinde wird Aspirin

Der berühmte griechische Arzt Hippokrates nutze die Weidenrinde bereits als Mittel gegen Schmerzen und Fieber. Aber das ist nur der Anfang einer langen Erfolgsgeschichte: Mit dem Aufkommen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde die in der Weidenrinde enthaltene Salicylsäure großtechnisch hergestellt und als Medikament verkauft. Diese Substanz hatte allerdings noch zu viele Nebenwirkungen, um häufig Verwendung zu finden. Deshalb wurde der Stoff weiter verändert und verfeinert, um schließlich eines der bekanntesten und verbreitetsten Schmerzmittel der Welt zu werden – Aspirin.

Mit dem Fingerhut gegen Herzerkrankungen

Schon die Ärzte des 18. Jahrhunderts erkannten die heilende Wirkung des Fingerhuts. Sie untersuchten, welche Pflanzenteile die Ausscheidung des Wassers fördern und setzen diese Pflanze zur Bekämpfung der Herzwassersucht ein. Die wirksamen Substanzen des Fingerhuts wurden daraufhin immer besser isoliert, um ihre Wirkung zu erhöhen. Schließlich erkannte man die chemischen Strukturen und deren genau Wirkweise. Dadurch konnte aus dem Fingerhut ein Medikament gewonnen werden, das noch heute Verwendung findet.

Keine Narkose ohne Lianen

Aus Lianen gewannen die Indios Südamerikas das Gift für ihre Pfeile. Sie strichen die Pfeilspitzen damit ein, um ihre Beutetiere zu lähmen. Diese Muskellähmung ist die Grundlage der Narkose: Während der Patient bewegungs- oder bewusstlos ist, wird er durch künstliche Beatmung am Leben erhalten und chirurgische Eingriffe können schmerzlos durchgeführt werden. Das Nervengift der Lianen spielte bei der Entwicklung der Narkose eine wichtige Rolle.

Moderne Krebs- und Aidsforschung

Auch die moderne Krebsforschung kann auf den Beistand der Pflanzen nicht verzichten: Aus dem Immergrün und der Elbe extrahieren Wissenschaftler Substanzen, die Tumorzellen am Wachstum hintern sollen. Bei der Nutzbarmachung der Pflanzen spielt aber immer häufiger auch die Gentechnik eine Rolle. Molekularbiologen des Frauenhofer-Instituts verändern die Gene von Tabakpflanzen, damit sie einen Antikörper produzieren, der gegen Aids helfen soll. Dieser Wirkstoff könnte nur schwer synthetisch hergestellt werden. Die Zukunft wird zeigen, ob die Forscher mit ihren „grünen Fabriken“ Erfolg haben und eine der verheerendsten Krankheiten der Moderne besiegen werden.

Schreib uns Deine Meinung

Letzte Artikel

Letzte Kommentare