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Dieser Artikel wurde am
21. November 2011 veröffentlicht.

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Stevia: Keine Kalorien dank pflanzlicher Süße

Stevia

In Deutschland ist ab Dezember der natürliche Pflanzensüßstoff Stevia zugelassen und viele Hersteller erwarten einen echten Süßstoff-Boom in der Industrie. Stevia ist aber kein Alleskönner.

Diese Worte klingen wie ein lukratives Versprechen, denn die Blätter dieser Pflanze sollen 30-mal stärker süßen als Zucker. Aber diese Süße ist vollkommen kalorienfrei, für Diabetiker geeignet und schonend für die Zähne. Stevia ist ein amerikanisches Süßkraut, das nun auch den deutschen Markt revolutionieren soll. Stevia soll den chemischen und synthetischen Süßstoffen Aspartam oder Saccharin Konkurrenz machen.

Bisher war der pflanzliche Süßstoff nur in Frankreich erlaubt, denn viele europäische Länder haben sich mit der Legalisierung eine Menge Zeit gelassen. In der Vergangenheit ist man davon ausgegangen, dass die Stevioglycoside, die süßen Inhaltsstoffe der Pflanze, Krebs erregend sind. Anhand mehrerer Tierversuche hat man festgestellt, dass durch hohe Mengen Stevia bösartige Tumore wachsen können. Jedoch fand man auch heraus, dass diese Studie zwei Mängel aufwies. Erstens waren die getesteten Mengen zu hoch dosiert, denn für einen normalen Menschen würde diese Süße für die Geschmacksnerven nicht erträglich sein und zweitens hatten die Konkurrenzfirmen diese Tests finanziert.

Gesundheitliche Bedenken ausgeschlossen

Mittlerweile kann davon ausgegangen werden, dass Stevia keinen Krebs auslöst, denn die European Food Safety Authority hat diesen Süßstoff getestet und positiv bewertet. Sie meint, dass die Stevioglyoside in allen toxikologischen Tests keine negativen Auswirkungen und keine krebserregenden Auswirkungen zeigten. Sie haben auch keinerlei Auswirkungen auf ein ungeborenes Leben. Somit steht einer Zulassung in der gesamten EU nichts mehr im Weg und kann nun auch in allen EU-Ländern eingesetzt werden. Einige nutzten Stevia zuvor schon zum Würzen, als Badezusatz oder Mundspülung. Man konnte aber mit dem Badezusatz auch unbedenklich seinen Kaffee süßen.

Im Dezember soll das nicht mehr erforderlich sein, denn dann wird Stevia als legales Süßungsmittel innerhalb der EU erlaubt sein. Jedoch wird von Experten empfohlen, dass nicht mehr als 4mg pro Kilogramm Körpergewicht verzehrt werden sollte. Somit kann man auf den normalen Hauszucker nicht verzichten, denn mit diesen geringen Mengen kann man Cola oder Limonade nicht ausreichend süßen. Die Hersteller werden aber in den kommenden Wochen oder Monaten auf einen Süßstoff-Mix plädieren.

Stevia ist 300mal stärker als Zucker

Im Geschmack unterscheiden sich Stevia und Zucker kaum bis gar nicht. Doch die Blätter der Stevia sind 30-mal süßer als herkömmlicher Zucker und das Steviosid sogar 300-mal stärker. In Südamerika wird dieser starke Süßstoff bereits Jahrhunderte lang genutzt und die Anwender haben bisher immer von einem leicht bitteren oder lakritzähnlichen Geschmack gesprochen. Eine Ursache dafür könnte sein, dass die Menschen unterschiedliche Gene haben, denn die einen schmecken die Süße intensiver als andere Menschen. Das liegt an den genetischen Unterschieden in den sogenannten Bittersensoren der Zunge, so eine Expertin der Geschmacksforschung. Die Menschen in Südamerika glauben auch, dass das Süßkraut bei Entzündungen eine positive Wirkung hat und den Bluthochdruck senken kann, aber ob das wirklich der Fall ist, werden künftige Studien noch klären.

Vor allem die Getränkeindustrie freut sich auf die Einführung des Krauts, denn sie haben bereits Patente mit Stevia angemeldet. Der Süßstoff eignet sich allerdings kaum für das Backen, denn er bringt nur ein geringes Volumen mit, das den Teig nicht zusammenhalten kann.

Weitere Informationen finden Sie auf focus.de.

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