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Dieser Artikel wurde am
10. Juli 2013 veröffentlicht.

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Schönheit ist relativ: Schönheitsideale anderer Kulturen

Schönheit ist relativ: Schönheitsideale anderer KulturenSpieglein, Spieglein an der Wand … Kaum einer, der nicht ab und zu einen Blick in den Spiegel wirft, um sich zu vergewissern, ob die Frisur sitzt, der Lidstrich nachgezogen werden muss oder die Diät schon angeschlagen hat. Der Eiertanz um die Schönheit scheint einfach zum Menschen zu gehören. Doch Schönheit ist längst kein absoluter Wert, den alle Menschen dieser Welt gleich einschätzen: Was in Europa bewundernde Blicke hervorruft, gilt andernorts als abstoßend. Wer sich bewusst ist, wie relativ unsere Schönheitsideale sind, kann sich leichter von ihnen abgrenzen und seine eigenen Maßstäbe finden.

Schön ist, was hervorsticht

Die Menschen lieben es, sich das Leben schwerer zu machen, als es ist. So scheint es jedenfalls, wenn man einen Blick auf die Schönheitsideale einzelner Länder wirft. Denn immer ist es das Andere, das Besondere, das die Menschen bewundern, das sie anzieht. Wo Armut herrscht, gelten wohlgenährte Körper als schön, in der Wohlstandsgesellschaft dagegen kann der Körper nicht schlank genug sein. Immer geht es darum, durch sein Aussehen Wohlstand und Ansehen auszudrücken. Wer sich Essen leisten kann und einen runden Bauch zur Schau stellt, gilt daher in armen Ländern als schön, während ein flacher Bauch in reichen Ländern von Selbstbeherrschung und Kontrolle zeugt. Der schöne Körper ist längst zu einem Statussymbol geworden, und die sind bekanntlich nicht frei verfügbar. Sonst könnte man sich kaum noch abgrenzen – und darum geht es schließlich.

Afrika: Mehr Po, bitte

In Deutschland sind sich die meisten Frauen einig: Ein großer Po gehört nicht wirklich zu einem erstrebenswertem Aussehen. Ganz anders denken die Afrikanerinnen, die sogar Pillen schlucken, um ihr Gesäß etwas zu vergrößern. Dieser Trend ist mittlerweile sogar zum Problem geworden, denn auf dem Schwarzmarkt werden allerhand Pillen angeboten, die voller dubioser Inhaltsstoffe sind. Doch die Afrikanerinnen schreckt das kaum, denn der Wunsch nach einem dicken Po ist größer als alle gesundheitlichen Bedenken.

Brasilien: Kleine Brüste bevorzugt

Jede vierte Deutsche ist mit ihrer Brust unzufrieden, ein deutliches Zeichen, wie sehr die deutschen Frauen auf eine wohlgeformte Brust achten. Hierzulande zeugen vor allem große Brüste von Weiblichkeit und gelten daher als schön. Ganz anders in Brasilien: Dort findet man große Brüste ordinär. Sie gelten als Ausdruck der ethnischen Minderheit und damit der ärmeren Gesellschaft. Deshalb verkaufen sich in Brasilien Brustvergrößerungen kaum, der Kassenschlager sind dagegen Povergrößerungen.

Japanerinnern und der Traum von heller Haut

Während sich deutsche Männer und Frauen gerne in die Sonne legen, um ihre winterliche Blässe zu vertreiben, kaufen Japanerinnen Tagescremes mit Lichtschutzfaktor, manchmal auch Bleichcremes, um eine möglichst helle Haut zu bewahren. Eine helle Haut gilt in Asien als vornehm – sie ist der Teint der Privilegierten. Wer im Westen dagegen mit sonnengebräunter Haut glänzt, suggeriert seinem Umfeld, dass er sich Urlaub leisten kann und nicht draußen arbeiten muss. Egal, wie die Haut nun aussieht: Es geht nie nur um eine Farbe, sondern immer um Prestige.

Fazit: Schön ist, wer sich schön findet

Wenn Schönheit relativ ist und in allen Kulturen anders definiert wird, ist sie kein absoluter Wert. Sie wird von den Menschen geformt, die sich durch ihr Aussehen abgrenzen und ihr Ansehen ausdrücken möchten. Wer das weiß, muss sich nicht jedes Schönheitsideal auferlegen, sondern kann seine eigenen Maßstäbe setzen. Denn Schönheit ist immer das, was der einzelne als schön empfindet.

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