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Dieser Artikel wurde am
8. April 2014 veröffentlicht.

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Schmerzmittel gegen Verspannungen: Sinn oder Unsinn?

Nacken verspannt rechtsVerspannungen sind zur Volkskrankheit geworden. Mittlerweile sind auch immer öfter Kinder betroffen, berichten Kinderärzte in einer forsa-Umfrage. Die Versuchung ist zwar groß, einfach zu Medikamenten zu greifen, doch die sind nicht immer die richtige Wahl, so die Experten. Wann Schmerzmittel gegen Verspannungen helfen und welche Alternativen es gibt, verrät dieser Artikel.   

Wie Muskelverspannungen entstehen

Um Verspannungen richtig zu behandeln, ist es wichtig, ihre Ursache zu kennen. Von Stress über Bewegungsmangel bis hin zu Fehlbelastungen reicht die Palette. Wer stundenlang vor dem PC sitzt, ohne sich zu bewegen, wer körperlich stark beansprucht ist oder sich ständig überfordert fühlt, neigt dazu, sich zu verspannen. Besonders wenn die Muskeln untrainiert sind, können sie den Ansprüchen des Alltags nicht mehr standhalten. Sie verkrampfen sich – und lösen dadurch Rücken- oder Nackenschmerzen aus.

Wann helfen Schmerzmittel gegen Verspannungen, wann nicht?

Früher gehörte es zur Standard-Behandlung, Medikamente und Bettruhe zu verordnen, wenn Patienten mit Rückenschmerzen in die Praxis kamen. Heute wissen Ärzte, dass Rückenschmerzen eine sehr komplexe Erkrankung sind und vielschichtig behandelt werden müssen. Wer akut starke Schmerzen hat, kann Medikamente mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen nutzen. Sie verhindern, dass bestimmte Botenstoffe Schmerzsignale weitergeben. Doch da jedes Schmerzmittel Nebenwirkungen haben kann, ist von einer langfristigen Einnahme abzuraten.

Alternativen sind zum Beispiel pflanzliche Präparate mit Weidenrindenextrakten, die leichte Schmerzen lindern. In ihrer Wirkung ähneln sie dem bekannten Schmerzhemmer ASS, der z. B. in Aspirin enthalten ist. Auch wärmende Salben oder Pflaster können gut tun, genauso wie Salben mit entzündungshemmenden Wirkstoffen oder heiße Bäder. Doch wer häufiger Rückenschmerzen hat, sollte nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern auch ihre Ursache angehen.

Bewegung muss sein!

Heute wissen Ärzte, wie wichtig Bewegung ist, um Rückenschmerzen zu lindern. Sanfte Gymnastik oder Spaziergänge helfen, die Muskeln zu lockern. Sport eignet sich aber auch, Verspannungen vorzubeugen: Durch Krafttraining wird die Muskulatur aufgebaut, die den Ansprüchen des Alltags nun besser gerecht werden kann.

Aber nicht nur regelmäßiges Training spielt eine Rolle. Bewegen Sie sich auch tagsüber immer wieder, um keine Fehlhaltungen zu entwickeln und die Muskeln zu fordern. Verändern Sie immer wieder die Sitzhaltung, wenn Sie jeden Tag viele Stunden vor dem PC verbringen, und nutzen Sie Gelegenheiten, die sich im Alltag bieten, um sich zu bewegen. Nehmen Sie die Treppen anstatt den Lift, gehen Sie zu Fuß zum Supermarkt oder nehmen Sie das Rad, um zum Büro zu fahren.

Stress abbauen

Sport hat einen weiteren Vorteil: Sie bauen Stress ab und wirken damit einer weiteren möglichen Ursache für Rückenschmerzen entgegen. Wer möchte, kann zusätzlich ein Entspannungsverfahren erlernen, um gezielt abzuschalten und neue Kräfte zu tanken. Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen gehören zu den beliebtesten Verfahren. Die Kosten für die Kurse werden teilweise von den Krankenkassen übernommen.

Den Arbeitsplatz ergonomisch einrichten

Wenn Sie vermuten, dass eine Fehlhaltung für Ihre Rückenschmerzen verantwortlich ist, sollten Sie außerdem Ihren Arbeitsplatz unter die Lupe nehmen. Ist er ergonomisch eingerichtet? Können Sie vor dem Bildschirm sitzen, ohne sich zu verbiegen? Prüfen Sie, ob Sie am Bildschirm lesen können, ohne den Nacken nach vorne zu strecken. Wichtig ist auch, dass die Rückenlehne flexibel ist und sich Ihren Bedürfnissen anpasst. Die Höhe des Stuhles und der Armlehnen sollten darüber hinaus so eingestellt sein, dass Sie bequem sitzen können. Wer täglich viele Stunden vor dem PC verbringt, sollte dabei Haltung bewahren – dem Rücken zuliebe.

Fazit: Schmerzmittel können zwar gegen starke Verspannungen eingesetzt werden, doch sanfte Alternativen wie Wärmeanwendungen oder leichte Gymnastik sind verträglicher. Besser als gegen akute Schmerzen vorzugehen ist außerdem, sie vorzubeugen, damit sie gar nicht erst entstehen!

 

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