Wenn Menschen schwer übergewichtig sind, leidet oft nicht nur der Körper, sondern auch die Seele. Bleiben Diäten und Sportprogramme erfolglos, kann der Magenballon eine Lösung sein, um das Gewicht deutlich zu reduzieren. Weil dieser medizinische Eingriff aber auch Nebenwirkungen mit sich bringt, sollte man gut abwägen, ob dieser Schritt wirklich notwendig ist.
Wer sich einen Magenballon legen lassen möchte, muss viele überschüssige Kilos auf die Waage bringen. Ein paar Fettpolster reichen also nicht aus, denn ein BMI zwischen 30 und 40 ist nötig, um diese Methode in Anspruch zu nehmen. Haben es die Patienten schon mit Sport, Diäten und Ernährungsplänen versucht, sind aber erfolglos geblieben, kann der Magenballon helfen, doch noch abzunehmen. Dabei soll der Magenballon den Umstieg auf eine gesunde Lebensweise nicht ersetzen, sondern vielmehr erleichtern.
Der kleine Ballon aus Kunststoff oder Silikon verringert das Volumen des Magens. Dafür wird er über die Speiseröhre eingesetzt und mit einer blau gefärbten Kochsalzlösung gefüllt. So wird der Magen gedehnt und seine Füllmenge um 20 bis 50 Prozent reduziert. Der Patient fühlt sich dadurch satt, auch wenn er nur wenig Nahrung zu sich genommen hat. Weil diese Methode nicht-operativ ist, bleiben keine Narben zurück.
Das Einsetzen des Magenballons verursacht keine Schmerzen und findet ambulant statt. Üblicherweise wird der Magenballon dann sechs Monate getragen, um währenddessen abzunehmen. Wie viel Gewicht die Patienten in dieser Zeit wirklich verlieren, ist noch nicht genau erforscht. Ärzte sprechen davon, dass ihre Patienten 20 Kilo abnehmen. Bei einer Studie mit Japanerinnen kam jedoch heraus, dass es durchschnittlich nur 11 Kilo waren.
Vielen Patienten ist in den ersten Tagen nach dem Eingriff unwohl. Der Magenballon ist schließlich ein Fremdkörper, an den sich der Organismus erst gewöhnen muss. Nach drei Tagen sollten die Bauchschmerzen allerdings aufhören.
Weit schlimmere Folgen ergeben sich jedoch, wenn der Magenballon platzt. Dass merken die Patienten erst dann, wenn sich das Urin blau färbt, sich also bereits mit der Kochsalzlösung des Magenballons vermischt hat. Dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, um einen Darmverschluss zu verhindern.
Nach sechs Monaten entfernt der Arzt den Magenballon, indem er ihn künstlich zum Platzen bringt. Dann geht es darum, die schlanke Linie auch tatsächlich zu halten. Der Magenballon sollte schließlich nicht als Entschuldigung dienen, den ungesunden Lebensstil weiter fortführen zu dürfen. Eine ausgewogene Ernährung und ein regelmäßiges Sporttraining sind wichtig, um das Wunschgewicht zu halten und fit zu bleiben. Bei individuellen Programmen können diese neuen Verhaltensweisen schon während der Behandlung mit dem Magenballon eingeübt werden.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten des Magenballons nur in Ausnahmefällen. Zum Beispiel dann, wenn der BMI eines Patienten über 40 liegt. Muss der Patient selber zahlen, kommen Kosten zwischen 3000 und 4000 Euro auf ihn zu.