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Dieser Artikel wurde am
2. Januar 2014 veröffentlicht.

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Saftkuren gegen Krebs: Fluch oder Segen?

Saftkuren gegen KrebsDie Schulmedizin hat starke Waffen gegen Krebs entwickelt: Chemotherapie und Bestrahlungen machen den Krebszellen zu schaffen. Aber auch gesunde Zellen leiden unter den starken Medikamenten und der hochdosierten Strahlung. Deshalb sehnen sich viele Betroffenen nach einer Alternative oder nach ergänzenden Therapien um. Die Saftkur nach Beuß soll auch gegen Krebs helfen, so die Erfahrungsberichte einiger Patienten. Doch Ernährungsexperten warnen sogar vor dieser Kur …

Warum eine „Krebs-Diät“?

Krebs kann viele Auslöser haben. Genetische Veranlagungen erhöhen das Risiko, unter bestimmten Bedingungen Krebszellen zu entwickeln. Ein ungesunder Lebensstil gilt als häufiger Auslöser: Zu 30 Prozent soll Tabakkonsum am Ausbruch der Krankheit Schuld sein, zu 35 Prozent schlechte Ernährung. Kein Wunder also, dass sich viele Kuren die Verbesserung der Ernährung auf die Fahnen geschrieben haben. Die Saftkur von Beuß ist eine von ihnen. Auf welche Grundsätze stützt sie sich?

Beuß-Kur: Nur Saft und Kräutertee

Rudolf Beuß war der Ansicht, dass man Krebszellen aushungern könne. Deshalb empfahl der österreichische Heilpraktiker seinen Patienten, eine 42-tägige Saftkur zu machen. Nur Fruchtsäfte und Kräutertees dürfen sie in dieser Zeit zu sich nehmen, feste Nahrung ist tabu. Währenddessen darf allerdings keine Chemotherapie durchgeführt werden, um den Erfolg der Behandlung nicht zu gefährden. Rudolf Beuß zur Wirkung seiner Kur: „Durch die Säftekur wird die Eiweißzufuhr von außen abgestoppt, das heißt, das Eiweiß wird in der täglichen Nahrung ausgeschaltet. Da aber der Organismus ohne diesen Stoff nicht leben kann, nagt nun das eiweißhungrige Blut im Körper an allem Überflüssigen, Wucherungen, Schlackenansammlungen und Geschwülsten. Es ist dies eine Operation ohne Messer.“  Ernährungsexperten sehen das allerdings anders.

Warum Experten warnen

Krebs mit Saftkuren zu behandeln, ist gefährlich, so die Kritik. Denn viele Krebspatienten leiden sowieso unter Gewichtsverlust. In diesem Zustand eine Fastenkur zu beginnen, die noch mehr Kilos dahinschmelzen lässt, würde eher den Patienten als die Krebszellen schwächen.
Warum gibt es dann etliche Erfolgsberichte? Vielleicht, weil es „den“ Krebs nicht gibt und sich spezifische Therapien bei den Patienten unterschiedlich auswirken. Doch die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden. Wer sich also für die Beuß-Kur interessiert, sollte auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen, um individuelle Chancen und Risiken abzuklären. Doch in jedem Fall ist es ratsam, als Krebspatient auf seine Ernährung zu achten, da sie den Verlauf der Krankheit beeinflussen kann.

Was Schulmediziner raten

Schulmediziner sehen die Dinge naturgemäß etwas anders als Heilpraktiker. Sie geben zwar auch Ernährungstipps, raten aber zu ganz anderem Essverhalten. Ihr Ansatz verfolgt eher das Ziel, die Folgen der Chemotherapie zu lindern. Sie denken sich: Wenn sie den Krebs auch nicht heilen können, so stärken Lebensmittel den Körper doch im Kampf gegen die wuchernden Zellen. Schließlich braucht der Körper Energie, um nicht noch mehr abzumagern und dadurch anfälliger für Infekte zu sein.

Auch wenn die Patienten aufgrund der Chemotherapie unter Übelkeit leiden, sollten sie reichlich Nahrung zu sich nehmen. Allerdings keine zuckerhaltigen Produkte, da sie den Krebszellen nur neue Energie liefern. Mit Fett können die Krebszellen dagegen recht wenig anfangen. Deshalb sei eine fettreiche Ernährung empfehlenswert, die zudem reichlich Eiweiß enthält, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Außerdem sollen Krebspatienten viel trinken, um Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Obstsäfte liefern wertvolle Vitamine und sind manchmal bekömmlicher.

Fazit: An der Ernährung scheiden sich die Geister. Während Beuß Obst und Gemüse empfiehlt, raten Schulmediziner eher zu fett- und eiweißreicher Kost. Bleibt dem Patienten nur, selbst zu entscheiden, wie er seiner Krankheit begegnen möchte.

 

Quellen und weitere Informationen:

http://www.berlin.de/special/gesundheit-und-beauty/gesundheit/ratgeber/2426847-212-ernaehrung-bei-krebs-was-dem-tumor-die-n.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Breu%C3%9F
http://www.ernaehrung.de/aktuell/archiv/Sinn-Unsinn-Krebs-Diaet.php

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