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Dieser Artikel wurde am
16. April 2013 veröffentlicht.

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Probleme der Welternährung: zwischen Hunger und Überfluss

PandemieEin Blick auf die aktuelle Lage der Welternährung zeigt, wie paradox die Situation momentan ist: Während die einen hungern, essen sich die anderen förmlich zu Tode. Warum ist das so? Warum leidet fast jeder siebte Weltbürger unter Mangelernährung, während weltweit genügend Lebensmittel produziert werden? Wer die Hintergründe kennt, ist auch in der Lage, einen kleinen Teil zur Verbesserung der Situation beizutragen.

Die tödlichen Folgen von Mangel- und Überernährung

Mitten durch die Erde verläuft eine scharfe Trennlinie: Der Äquator teilt unseren Planeten nicht nur in eine Nord- und eine Südhalbkugel, sondern diese fiktive Grenze trennt die wohlhabenden Industrienationen des Nordens von Entwicklungsländern des Südens ab. Fast 150 der 200 selbstständigen Staaten, die sich über den Globus verteilen, gehören zu den Entwicklungsländern, die wirtschaftlich nicht mit den Industrienationen mithalten können. In diesen Staaten leben rund 80 Prozent der Weltbevölkerung – teils unter miserablen Bedingungen.

Weltweit werden genügend Lebensmittel produziert, um die rund sieben Milliarden Menschen, die derzeit auf der Erde leben, zu versorgen. Doch die meisten Lebensmittel kommen nicht bei denen an, die sie dringen benötigen. So werden zwar jährlich rund zwei Milliarden Tonnen Getreide geerntet, davon werden aber etwa 40 Prozent an Tiere verfüttert. Und so leiden rund 870 Millionen Menschen weltweit an Hunger, während andere im Überfluss leben und daran zugrunde gehen. Während die Menschen auf der Südhalbkugel eher an den Folgen der Mangelernährung sterben, sterben die Bürger der Industrienationen eher an den Folgen einer fett- und zuckerhaltigen Ernährung. Und erliegen Erkrankungen wie  Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Warum wir die Regenwälder aufessen

Damit es in den Industrienationen Fleisch im Überfluss gibt, müssen Futtermittel aus den Entwicklungsländern importiert werden. Dort werden auf kilometerlangen Feldern Soja und Getreide angebaut, um diese als Futtermittel nach Amerika und Europa zu verschiffen – während die ansässige  Bevölkerung leer ausgeht. Weil die Monokulturen die Erde  auslaugen, müssen immer wieder neue Ackerböden erschlossen werden. Und so wird Regenwald abgeholzt, um die Futtermittel anzubauen, die letztlich von europäischen Schweinen und Hühnern gefressen werden, die viel zu oft unter erbärmlichen Bedingungen leben und sterben.

Die Zerstörung der Regenwälder bleibt nicht ohne Folgen. Der heiß diskutierte Klimawandel und die damit einhergehenden Naturkatastrophen sorgen nicht nur auf der Südhalbkugel, sondern auch im reichen Norden für Schrecken.

Politische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation

Die Weltgemeinschaft hat das Problem längst erkannt. Schon in den 60er Jahren begannen die Vereinten Nationen, ihr Ernährungsprogramm umzusetzen. Akuter Hunger sollte unmittelbar bekämpft werden, während die Entwicklungsländer auf lange Sicht nicht mehr von der Hilfe der Industrienationen abhängig sein sollten. Dafür fließen Gelder zur Erschließung neuer Ackerböden, zur Bewässerung, Wiederaufforstung und zur Verbesserung der Infrastruktur. Die Intensivierung der Landwirtschaft kann aber nicht ohne Beachtung ökologischer Kriterien vorangetrieben werden. Schließlich würden Umweltbelastungen zu neuen Rückschlägen führen. Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen darüber hinaus zur Produktionsseigerung führen – wohl nicht ohne neue Probleme zu schaffen.

Was kann der einzelne tun?

Doch Veränderungen werden nicht nur durch Politiker bewirkt. Jeder einzelne kann seinen Beitrag dazu leisten, eine neue Welt zu schaffen. Wer seinen Konsum tierischer Produkte einschränkt, tut nicht nur seiner Gesundheit einen Gefallen und verringert Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs, Alzheimer und Übergewicht, sondern hilft auch den Entwicklungsländern. Denn je mehr Ackerboden zur Verfügung steht, um den Eigenbedarf zu decken, desto mehr Lebensmittel stehen der hungernden Bevölkerung zur Verfügung.

Werden darüber hinaus weniger Futtermittel angebaut, profitiert auch die Umwelt – und letztlich der Mensch. Ein Verzicht auf übermäßigen Fleischkonsum trägt letztlich aber nicht nur zum Umweltschutz bei, sondern fördert auch den Tierschutz. Je weniger Hühner, Schweine und Rinder in Massentierhaltung leben müssen, desto besser.

Der faire Handel bietet darüber hinaus Möglichkeiten, in das Geschehen einzugreifen. Produkte, die mit dem fairtrade-Label ausgezeichnet sind, tragen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der regionalen Bauern bei. So werden beispielsweise faire Preise für Anbau und Weiterverarbeitung der Nahrungsmitte gezahlt und soziale Projekte vor Ort unterstützt. Letztlich entscheiden wir selbst, was wir essen und in welcher Welt wir leben wollen.

 

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2 Kommentare

  1. Mazluum
    19. April 2013

    ich finde das sind gute informationen

  2. -unbekannt-
    27. Januar 2015

    sehr gute informationen und gut für ein referat geeignet

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