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Dieser Artikel wurde am
4. Oktober 2011 veröffentlicht.

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Nur gesunde Senioren treiben Sport

Zwei Senioren beim SpinningDass sportliche Betätigung gerade im Alter für ein besseres Wohlbefinden sorgt und vor Altersschwäche und Alterskrankheiten schützen kann, ist lange erwiesen. Dennoch treiben gerade die Senioren, die unter gesundheitlichen Problemen leiden, wenig bis keinen Sport, nur gesunde ältere Menschen gehen mindestens einmal wöchentlich einer Sportart nach.

Senioren treiben deutlich weniger Sport

Zu dieser Erkenntnis kommt die Soziologin Simone Becker nach einer Langzeitstudie, die mit 20.000 Menschen aus 11.000 Haushalten in den Jahren von 1986 bis 2005 durchgeführt wurde. Die Studie zeigt, dass bei jungen Menschen 70 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen regelmäßig für ihre Fitness sorgen. Bei den 35 Jährigen sind noch 30 Prozent beider Geschlechtsgruppen körperlich aktiv. Bei den über 68 Jahre alten Senioren geht die Zahl auf nur noch 18 Prozent stark zurück. Zwar treiben in den letzten Jahren deutlich mehr Menschen regelmäßig Sport, doch genau der Personenkreis, für den die körperliche Betätigung es am wichtigsten wäre, ist sportlich nicht aktiv. Dabei ist vor allem für gesundheitlich belastete Senioren gezielte Bewegung sehr wichtig, um das allgemeine Befinden zu verbessern.

Sport verbessert das Wohlbefinden gerade bei älteren Menschen

Ärzte raten älteren Menschen dringend zu sportlichen Aktivitäten. Der Muskelapparat wird gestärkt, der Mensch bleibt länger leistungsfähig und fühlt sich nach der Anstrengung sehr viel wohler. Senioren sollten sich deshalb nicht entmutigen lassen, und trotz gesundheitlicher Probleme nicht auf das Laufen, Radfahren, Gymnastiktreiben oder Schwimmen verzichten. Gegen den inneren Schweinehund hilft, sich Gleichgesinnte zu suchen, denn in Gesellschaft macht Sport noch einmal so viel Spaß.

Doch: Wenig Angebote für Betroffene

Die Frage, warum gerade die Personengruppe, die am meisten von körperlichen Betätigungen profitieren würden, es nicht tut, lässt sich nicht einfach beantworten. Sicherlich ist es schwerer, sich aufzuraffen und etwas für sich zu tun, wenn es einem ohnehin schon nicht so gut geht. Hinzu kommt, dass viele Angebote nur zeitlich begrenzt laufen. Herzsportgruppen beispielsweise, an denen viele Erkrankte nach einem Herzinfarkt teilnehmen, sind nach ein paar Wochen beendet, Folgeangebote gibt es kaum. Nach einer Operation werden in der Reha noch Gymnastik oder andere Bewegungsmöglichkeiten meist eifrig genutzt, nach dem Auslaufen der Maßnahmen jedoch fehlen die Möglichkeiten, die sportlichen Betätigungen mit Gleichgesinnten weiterhin auszuüben. Nicht jedem älteren Menschen fällt es leicht, sich in einer unbekannten Gruppe zurechtzufinden, und dort auf Mitsportler zu treffen, die viel fitter und aktiver zu sein scheinen. Außerdem werden solche Kurse meist nur über Sportvereine angeboten, für die ein monatlicher Beitrag zu entrichten ist. Diese Geldausgabe schreckt viele Senioren ab.

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

Ein Kommentar

  1. Mathias
    6. Oktober 2011

    Toll, das ist endlich mal ein gut geschriebener Beitrag. Ich werde diesen Artikel an meine Freunde weitergeben. Vielen Dank…

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