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Dieser Artikel wurde am
18. Juli 2012 veröffentlicht.

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Nanopartikel in Lebensmitteln: Ein Gesundheitsrisiko?

Sie sind klein – und doch sind sie allgegenwärtig. Sie werden in der Elektroindustrie, in Chemielaboren und bald auch in Lebensmittelfabriken eingesetzt. Aber Nanopartikel in Lebensmitteln ängstigen viele Verbraucher. Denn die komplizierte Nanotechnologie bleibt vielen ein Rätsel – und damit bleiben auch Chancen und Gefahren im Dunkeln. Was hat es mit den Nanopartikeln in unserem Essen nun auf sich?

Was sind Nanopartikel?

Nanopartikel sind Teilchen, die unvorstellbar winzig sind. Bildhaft gesprochen verhält sich ein Nanometer zu einem Meter wie der Durchmesser einer Haselnuss zu unserem Planeten. Die ein Nanometer großen Teilchen werden künstlich hergestellt und erforscht, um Produkte unterschiedlichster Branchen zu verbessern.
Welche Produkte enthalten Nanopartikel?
Die Nanotechnologie hat schon Einzug in vielerlei Produktpaletten gehalten. Nanopartikel werden bei der Herstellung von Kosmetikprodukten, Textilien und Haushaltsgegenständen verwendet. Aber auch in Chemielaboren und der Elektroindustrie werden sie verwendet – und nicht zuletzt in Lebensmitteln.
Nanopartikel sollen beispielsweise Kochsalz besser rieseln lassen oder Ketchup flüssiger machen. Als durchsichtige Glasur dienen sie außerdem dazu, Lebensmittel haltbarer oder attraktiver zu machen.
Wenn Nano-Lebensmittel innerhalb der EU in den Verkauf gehen, müssen sie sich einer spezifischen Risikobewertung unterziehen und gekennzeichnet werden, so Thier-Kundke vom Bundesinstitut für Risikobewertung.
Die deutschen Märkte haben die Nano-Lebensmittel allerdings noch nicht erobert, da ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt noch nicht genügend erforscht sind.

Die Vorteile der Nanotechnologie

Nanopartikel können physikalische oder chemische Vorgänge beschleunigen oder effektiver gestalten. Deshalb werden sie gerne in der Industrie eingesetzt, um die dort hergestellten Produkte zu verbessern.
Da bei der Verwendung der winzigen Teilchen wenige Ressourcen verbraucht werden müssen, können dadurch Produktionskosten gesenkt und Abfälle vermieden werden.

Nanopartikel in der Umwelt

Wenn Nanopartikel immer häufiger in der Industrie verwendet werden, gelangen sie unweigerlich auch in die Böden, in die Luft und ins Wasser. Dann kommen sie auf diesem Wege wieder zu uns zurück – und das hat Folgen. Bei einer chinesischen Studie fanden die Forscher heraus, dass Nanopartikel in den Atemwegen Lungenkrankheiten auslösen können. Da die Partikel so klein sind, können sie in jeden Winkel der Zellen vordringen und dort sogar die DNA schädigen.

Die Auswirkungen von Nanopartikeln in Tierversuchen

Forscher fanden heraus, dass eine hohe Dosis an Nanoteilchen die Zellemembranen beeinflusst. So kommt es bei vermehrter Aufnahme von Nanopartikeln zu einem gesteigerten Eisentransport und Veränderungen an der Darmschleimhaut, wie in einem Experiment mit Hühnern herauskam.
In Studien wurde darüber hinaus ein Zusammenhang mit Morbus Crohn hergestellt, wie die „Welt“ berichtet. Vermutet wird, dass die Nanoteilchen die Darmwand schädigen, so dass Bakterien eindringen und Entzündungen verursachen können. Es könnte aber auch sein, dass körpereigenes Gewebe durch Veränderungen der Darmschleimhaut von der Immunabwehr nicht erkannt und attackiert wird und so die Erkrankung des Verdauungstrakts ausgelöst wird.
Über den Verdauungstrakt gelangen die Nanopartikel aber auch in andere Körperregionen. Weil die Teilchen so klein sind, können sie die Darmschleimhaut durchdringen und sich im Körper verteilen. Problematisch ist außerdem, dass sich die kleinen Partikel zu einem größeren Teilchen zusammenballen können. Diese können wiederum ein gesundheitliches Risiko darstellen.

Welche Teilchen sind schädlich?

Ob die Nanopartikel tatsächlich Schaden anrichten, hängt von ihrer Materialbeschaffenheit ab. Sind die Teilchen biologisch abbaubar, zersetzt sie der Körper, um sie schließlich auszuscheiden. Doch was geschieht, wenn die Nanoteilchen nicht abbaubar sind? Die Folgen sind kaum zum jetzigen Zeitpunkt kaum abzusehen.

Keine Panik

Es ist immer noch unklar, wie groß die Mengen an Nanoteilchen tatsächlich sind, die im Alltag aufgenommen werden. Zumindest in unseren Nahrungsmitteln finden sich bis jetzt keine Nanopartikel. Wenn die Nanoteilchen bei der Herstellung von Verpackungen genutzt werden, werden sie zwischen zwei Polymerschichten eingeschlossen, um nicht in direkten Kontakt mit den Lebensmitteln zu treten. Die neuen Technologien und ihre unabsehbaren Folgen werden also mit Vorsicht genossen und verantwortungsbewusst angewendet.
Quellen:

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