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Dieser Artikel wurde am
6. August 2014 veröffentlicht.

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Langsamer leben!

Langsamer lebenZeit ist zum Luxusgut geworden. Warum Sie sich diesen Luxus gönnen sollten, verrät dieser Artikel.

Die Nacht war viel zu kurz. Schnell duschen, zum Bus hetzen, unterwegs einen Kaffee mitnehmen, vielleicht auch ein Croissant, wenn die Zeit reicht. Kurz schauen, was auf Facebook los war, vier E-Mails beantworten – und dann mit einem „Guten Morgen!“ ins Büro stürmen. Aber sieht so ein gelungener Start in den Tag aus? Laut der Weltgesundheitsorganisation leiden rund 60 Prozent aller europäischen Erwerbstätigen unter Stress. Der Highspeed-Gesellschaft geht langsam die Puste aus. Deshalb gibt es einen neuen Trend: Langsamer leben.

Was verbirgt sich hinter „Slow life“?

Wie fast jeder Trend kommt auch der Wunsch nach Entschleunigung aus den USA. Vor 20 Jahren schon entdeckte man, dass Hektik den Alltag nicht gerade bereichert. Und dass „Slow life“, das langsame Leben also, mehr Spaß macht. Doch die Pioniere der Langsamkeit stoßen auf einige Schwierigkeiten …

„Unplug Challenges“ heißen die Wettwerbe, in denen sich die Teilnehmer einer großen Herausforderung stellen: 12 Stunden offline bleiben, komme was wolle. Nachdem sie die Entzugserscheinungen hinter sich haben, kommt bei manchen ein ungewohntes Gefühl auf: Zeit zu haben.

So reagiert der Körper

Wer vollkommen abschaltet, gibt seinem Körper die Gelegenheit, sich zu erholen. Die Muskelspannung nimmt ab, die Atmung verlangsamt sich, das Herz schlägt ruhiger, der Blutdruck sinkt. Das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Verdauungs- und Schlafprobleme, Depression und Burnout nimmt ab. Aber für nachhaltige Effekte reichen kurze Pausen im Dauerstress nicht: Wer Stresserkrankungen vorbeugen will, muss langsamer leben. Aber wie geht das?

Eins nach dem anderen

Um zu erfahren, wie ein langsames Leben aussehen könnte, lohnt der Blick nach Asien. Denn dort hat die „Kultur der Langsamkeit“ schon vor einigen tausend Jahren Wurzeln geschlagen. Und eine Fülle aus Konzentrationstechniken hervorgebracht, die den gegenwärtigen Moment in den Fokus rücken. Yoga, Tai Chi, Qi Gong und buddhistische Meditationen werden alle vom selben Fundament getragen. Von der Achtsamkeit. Und die ist für ein langsames Leben unentbehrlich.

Achtsam sein heißt, zu essen, wenn man isst. Und zu gehen, wenn man geht. Klingt selbstverständlich – ist es aber nicht. Schließlich entstehen jeden Moment zahllose Gedanken, die das, was gerade geschieht, in den Hintergrund drängen. Doch wie entschleunigt Achtsamkeit den Alltag?

Drei einfache Übungen für den Alltag

Sie müssen weder ein perfekter Mensch sein noch Ihren Alltag von vorn bis hinten umkrempeln, um langsamer zu leben. Es reicht, wenn Sie einfach Sie selbst sind und das, was Sie tun, mit Hingabe tun. Auch die kleinen Dinge. Spüren Sie die Tropfen auf Ihrer Haut, wenn Sie unter der Dusche stehen, die Zahnbürste, wenn Sie den hintersten Backenzahn zu erreichen versuchen oder den Löffel in Ihrer Hand, wenn Sie das Frühstücksei öffnen.

Wenn Sie dann im Bus sitzen, driften Sie nicht ab, sondern nehmen sie wahr, was um sie herum geschieht. Nur dann sehen sie, dass der alte Mann schräg gegenüber ein leichtes Lächeln auf den Lippen hat, dass keine Wolke der anderen gleicht oder dass im Vorgarten Ihres Nachbarn rosa Geranien blühen.

Auch im Büro gibt es Neues zu entdecken. Lauschen Sie dem Klang der Schritte auf dem Flur, der zweideutigen Tonlage Ihres Kollegen und der Vögel, die sich im Innenhof vergnügen.

Wenn Ihre Sinne aktiv sind, nimmt das Gemurmel Ihres Verstandes ab. Und wenn Sie sich Ihrer selbst und Ihrer Umwelt bewusst sind, wird das Leben automatisch langsamer. Sie hetzen nicht mehr durch den Tag, sondern erledigen in Ruhe eins nach dem anderen, mit voller Konzentration. Mit Trödeln hat das übrigens gar nichts zu tun. Denn nur, wenn Sie Ihre volle Aufmerksamkeit nutzen, werden Sie Ihre Aufgaben bestmöglich erledigen.

 

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