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Dieser Artikel wurde am
23. Januar 2013 veröffentlicht.

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Industrielle Massentierhaltung in Deutschland: Einblicke in die Tierfabriken

Confined-animal-feeding-operationWährend in der Werbung lila Kühe auf Almwiesen grasen und dabei recht zufrieden aussehen, sieht die Realität für die meisten deutschen Kühe, Schweine und Hühner recht düster aus. Doch wie leben die Tiere in den großen Tiermastanlagen eigentlich?

Leben in Gefangenschaft

In Deutschland leben etwa 50 Millionen Legehennen, 26 Millionen Schweine und 13 Millionen Rinder. Manche davon sind privilegiert und leben auf Bio-Bauernhöfen oder in kleinen Familienbetrieben, andere verbringen ihr Leben in sogenannten Tiermastanlagen. Dort werden sie nicht als Lebewesen, sondern als Fleischlieferanten gesehen und auch so behandelt.

Denn meist geht es nicht um das Wohl der Tiere, sondern ums Geld. Deshalb müssen tausende Tiere in einem engen Stall Platz finden, können sich kaum bewegen und entwickeln gestörtes Verhalten. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert darüber hinaus das Fehlen von Einstreu und Ferkelkastrationen, die ohne Betäubung vorgenommen werden.
Da die Tiere durch Licht- und Bewegungsmangel aggressiv werden, schneidet man ihnen Hörner, Zähne oder Schnäbel einfach ab. Auch dies erfolgt ohne Betäubung. Um die aufgestauten Gefühle doch noch loszuwerden, beißen manche Kühe letztlich in die Eisenstangen, die sie gefangen halten.

Nach einem Leben hinter Gittern werden die Tiere schließlich zum Schlachter transportiert. Obwohl laut EU-Richtlinien Pausen vorgeschrieben sind und eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung gewährleistet sein muss, zeigen die Tiere im Transporter deutliche Anzeichen von Stress. Beim Schlachter angekommen, werden sie schließlich betäubt, getötet und weiterverarbeitet.

Massentierhaltung – nicht ohne guten Grund?

Die Gründe für die Massentierhaltung liegen auf der Hand: Nur durch die Einsparungen bei der Tierhaltung kann letztlich so günstiges Fleisch auf dem Markt angeboten werden. Und zwar nicht nur auf deutschen Märkten, denn deutsches Fleisch gehört zu den Exportschlagern und wird vor allem nach China und Indien verfrachtet. Deutsches Fleisch ernährt also die wachsende Weltbevölkerung, so könnte man meinen. Doch ganz so einfach ist es nicht: Fleisch essen nur die, die es sich leisten können. Den Armen in Indien und China bleibt dieser Genuss vorbehalten. Dass Billigfleisch aus Deutschland die asiatischen Fleischmärkte ruinieren könnte, die mit den Dumpingpreisen nicht mithalten können, ist ebenfalls bedenklich.

Neue Fleischsiegel helfen Verbrauchern …

… zu erkennen, woher das Fleisch in den Supermarktregalen kommt. Seit Januar 2013 kennzeichnen Label des Deutschen Tierschutzbundes und der Tierschutzorganisation Vier Pfoten Produkte, die aus artgerechter Tierhaltung stammen. Diese Tiere leben in einem artgerechten Stall, haben mehr Platz und können sich frei bewegen. Kürzere Tiertransporte und eine wirkungsvolle Betäubung beim Schlachter sind außerdem vorgeschrieben.
Auch das Bio-Siegel bietet mehr Sicherheit, wenn Verbraucher ausschließen möchten, dass sie Fleisch aus Massentierhaltung kaufen. Massentierhaltung gibt es nur, weil Fleisch immer billiger sein soll. Doch letztlich setzen die Verbraucher die Maßstäbe und bestimmen selbst, welches Fleisch in ihrem Einkaufswagen landet.

 

Quellen und weitere Infos: 

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/geniessen/ernaehrung-sterne-fuer-mehr-tierschutz-neue-fleisch-siegel-vorgestellt_aid_891576.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Intensivtierhaltung#Tierschutz

http://www.mdr.de/sachsenspiegel/massentierhaltung100.html

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