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Dieser Artikel wurde am
27. November 2013 veröffentlicht.

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Frutarier: Gefahren einer außergewöhnlichen Ernährungsphilosophie

Er beschloss, sich nur noch von dem zu ernähren, was ihm die Natur freiwillig gab. Dann zog er sich in seine Garage zurück – und gründete eines der größten Unternehmen der Welt. Die Rede ist von Steve Jobs, der sich in den 70er Jahren  zeitweise nur von Früchten ernährt haben soll. Damit ist er der wohl bekannteste Vertreter einer außergewöhnlichen Ernährungsphilosophie, die wenig Anhänger, dafür aber viele Kritiker hat.

Was Frutarier essen dürfen

Klingt recht einseitig: Frutarier essen nur Obst- und Gemüsesorten, die geerntet werden können, ohne die Pflanze zu schädigen. Denn Pflanzen sind  auch Lebewesen, so die Frutarier, und als solche verdienen sie es, am Leben zu bleiben. Die meisten Obstsorten dürfen Frutarier zwar bedenkenlos essen, aber schon beim Gemüse wird die Luft dünner: Tomaten und Kürbisse sind zum Beispiel erlaubt, aber Salat, Pilze oder Zwiebeln sind vom Speiseplan gestrichen. Dafür landen Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen sowie Nüsse auf dem Teller. Sogar Brot ist erlaubt, schließlich fallen die getrockneten Körner der Ähren von selbst zu Boden. Doch alle Blätter, Wurzeln, Stiele und natürlich Fleisch sowie Milchprodukte sind tabu.

Wozu diese Einschränkungen?

Das fragen sich wohl die meisten, denen selbst der Verzicht auf Fleisch schwer fallen würde. Besser verstehen lässt sich das Verhalten der Frutarier vielleicht, wenn man im Hinterkopf behält, dass es sich hier um eine waschechte Weltanschauung handelt. Dabei geht es längst nicht nur ums Essen – die Ernährung ist vielmehr ein Ausdruck einer komplexen Philosophie. Und die gründet letztlich auf einem Prinzip, das die meisten wohl unterschreiben könnten: Niemandem Gewalt anzutun. Frutarier dehnen diesen Grundsatz lediglich auf Pflanzen aus.

Mangelernährung vorprogrammiert – oder nicht?

Frutarier stehen aber nicht nur im Kreuzfeuer, weil ihre Lebensweise so seltsam anmutet, sondern auch weil sie viele Experten an Mangelernährung denken lässt. Kann es denn gesund sein, auf so viele Lebensmittel zu verzichten?

Die Antwort ist vielschichtig. Ein Frutarier, der sich nur von Äpfeln ernährt, darf sich über gesundheitliche Probleme nicht wundern. Hier gilt wie bei jedem Menschen: Auf die Ausgewogenheit kommt es an. Frutarier müssen besonders darauf achten, im Rahmen ihrer Möglichkeit für Abwechslung zu sorgen. Ausgleichen sollten sie auf jeden Fall Nährstoffe, die hauptsächlich in Fisch und Fleisch vorkommen. Viel Eiweiß steckt beispielsweise auch in Acaibeeeren, Gojibeeren und Rosinen. Bei Vitamin B 12 wird es schon schwieriger, ist der Bedarf doch mit Obst und Gemüse kaum zu decken. Frutarier sollten daher auf Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B 12 zurückgreifen.

Fazit: Die frutarische Ernährung birgt Risiken. Sie erfordert von ihren Anhängern nicht nur Disziplin, sondern auch eine feine Abstimmung der Essgewohnheiten, um einer Unterversorgung vorzubeugen. Gegen reichlich Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte auf dem Teller ist aber nichts einzuwenden – im Gegenteil, sie liefern viele wertvolle Nährstoffe.

 

Quellen: 

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/tid-34117/das-strenge-leben-eines-frutariers-ein-gefaellter-baum-macht-mich-traurig_aid_1130053.html
http://eatsmarter.de/ernaehrung/news/frutarier

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Ein Kommentar

  1. Sascha F.
    6. Dezember 2013

    Ich finde diese neuen Ernährungs-Trend sehr bedenklich. Ich bin zwar auch dafür den Fleischkonsum zu senken, jedoch finde ich dass der vegane Trend eindeutig zu weit geht. Vor allem weil er immer politisch instrumentalisiert wird. Schade!

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