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Dieser Artikel wurde am
12. September 2013 veröffentlicht.

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Flexitarismus: Teilzeitvegetarier auf dem Vormarsch

Flexitarismus: Freizeitvegetarier auf dem VormarschFlexitarier sind Genussmenschen. Sie lieben hochwertige, gesunde Lebensmittel und sind auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Sie distanzieren sich von Massentierhaltung und Lebensmittelskandalen, achten auf ihre Gesundheit und ihre Umwelt. Deshalb essen sie weniger Fleisch – und wenn sie sich doch einmal ein Schnitzel gönnen, dann muss es „bio“ sein. Diese Haltung ist in Amerika zum Trend geworden und hat längst die Grenzen Europas genommen.

Wie alles begann

Als die Amerikanerin Helga Morath überlegte, wie sie die Speisekarte ihres Restaurants am besten beschreiben könnte, viel ihr ein neues Wort ein: Bei ihr gibt’s  „flexitarian food“. Gekocht aus gesunden, regionalen Lebensmitteln, mit wenig Fleischbeilage. Sie wollte nicht strikt auf Fleisch verzichten, wie es Vegetarier tun, aber dennoch ihren Fleischkonsum reduzieren. Vielleicht hatte sie die problematische Tierhaltung auf Amerikas riesigen Rinderfarmen im Kopf oder dachte an die ökologischen Folgen der Mast. Schließlich ist die Massentierhaltung klimaschädlicher als das weltweite Verkehrsaufkommen: Die Abholzung für Weideland und der Methanausstoß der Kühe belastet das Klima mehr als sämtliche Autos und Lkws auf den Straßen. Trotzdem kann und will nicht jeder komplett auf Fleisch verzichten …

Vom Verzicht zum Genuss

Flexitarier sind, wie der Name schon sagt, flexibel. Sie erlauben sich hin und wieder ein Stück Fleisch oder Wurst, aber laut offizieller Definition nur höchstens dreimal pro Woche. Ansonsten setzen sie auf Gemüse, Soja und Hülsenfrüchte. Sie wollen sich keine Verbote auferlegen, sondern lieber bewusst essen und dadurch sich selbst sowie der Umwelt etwas Gutes tun.

Die Devise „schnell, viel und billig“ scheint Vergangenheit zu sein. Zumindest bei den 65 Prozent der Frauen, die sich laut einer Forsa-Umfrage teilzeit-vegetarisch ernähren wollen oder ihre Ernährung bereits umgestellt haben. Sie sind durchaus bereit, für qualitativ hochwertige Produkte einen höheren Preis zu bezahlen – und dadurch Tier- und Nahrungsmittelskandalen entgegenzuwirken.

Dieser Trend hat sich in Amerika bereits ausgebreitet: Das Land der Superlativen hat den Verzicht entdeckt. Doch ganz nach amerikanischer Art wurde der Verzicht zum Genuss: Immer mehr Restaurants bieten leckere  vegetarische Gerichte oder Speisen mit Bio-Fleisch an. Denn hochwertiges Essen schmeckt einfach besser.

Die Gesundheit im Blick

Den meisten Flexetarier und Vegetarier sind nicht nur Genussmenschen, sondern übernehmen auch Verantwortung für ihre Gesundheit. Ihnen ist klar, dass übermäßiger Fleischkonsum viele Nachteile mit sich bringt und z. B. das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs erhöht. War Fleisch für die Nachkriegsgeneration ein Zeichen des Wohlstandes, ist es heute als Gesundheitsrisiko verpönt. Die Zeiten ändern sich – genauso wie die Ernährung.

Doch der Sinneswandel ist noch nicht überall angekommen. So sind es eher die einkommensstarken Schichten, die sich in Verzicht üben. Klingt paradox, ist es aber nicht. Denn vor allem Bildungsbürger hinterfragen ihre Lebensweise und sind darauf bedacht, ihre Gesundheit zu erhalten. Außerdem haben sie auch die finanziellen Möglichkeiten, ihre Ideen in die Tat umzusetzen: Hochwertige Lebensmittel haben schließlich ihren Preis.

„Flexitarismus“ beschreibt ein Phänomen, das mehr und mehr Einzug in die deutschen Küchen hält. Aber wahrscheinlich wissen die meisten gar nicht, dass ihre gesunde, bewusste und fleischarme Ernährung einem neuen Trend entspricht …

 

Quellen und weitere Infos:

http://www.faz.net/aktuell/lebensstil/essen-trinken/ernaehrung-jeder-zehnte-deutsche-ist-ein-flexitarier-12291233.html

http://www.shape.de/diaet-und-ernaehrung/lebensmittel/a-33587/werden-sie-zum-flexitarier.html

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