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Dieser Artikel wurde am
22. Oktober 2013 veröffentlicht.

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Epigenetik: Wie die Ernährung unsere Gene beeinflusst

Epigenetik & ErnährungDie Gene steuern unser Leben, hieß es früher. Doch Wissenschaftler erkennen langsam, dass es genau umgekehrt ist: Wir steuern unsere Gene! Nämlich durch unseren Lebensstil, aber auch durch unsere Ernährung. Besonders Schwangere prägen die Epigene ihrer Sprösslinge. Und das hat Folgen!

Von Genen und Epigenen

Gene gelten als Baupläne des Lebens. Sie sind für unser Aussehen, für den Stoffwechsel und Erbkrankheiten verantwortlich. Auch Charaktereigenschaften sollen zu einem gewissen Grad erblich sein. Doch das Entscheidende ist: Eben nur zu einem gewissen Grad. Denn dank der Epigene ist der Mensch eben keine fremdbestimmte Maschine, die vom Erbgut ferngesteuert wird.

Gene wirken nur, wenn sie aktiviert werden. Und ob ein Gen aktiv ist, hängt von den Epigenen ab. Diese orientieren sich an Umwelteinflüssen: Je nach Bedarf schalten sie bestimmte Gene an oder aus. Also sind es letztlich doch äußerliche Reize und der persönliche Lebenswandel, die bestimmen, wo die Reise hingeht.

Warum Umwelteinflüsse besonders Babys prägen

Wenn die Organe gebildet werden, also bei Embryonen, Babys und Kleinkindern, schlägt die große Stunde der Epigene. Denn in dieser Zeit entwickeln sich viele neue Zellen. Umweltreize bestimmen, ob Epigene bestimmte Gene aktivieren oder nicht, und legen damit die Basis für spätere Entwicklungen. Zu solchen Umweltreizen gehört natürlich auch die Ernährung.

Wie Ernährung die Gene eines Ungeborenen beeinflusst

Schon im Mutterleib lernt das Ungeborene viel über die Welt, in die es später hineingeboren wird. Diese Erfahrungen wirken sich direkt auf die Gene und das Gehirn aus und prägen damit die Instanzen, die später unser Leben bestimmen.

Isst eine Schwangere zu viel, hat das Kind ein doppelt so hohes Risiko, später an Übergewicht zu leiden. Denn wenn die Mutter Nahrung für Zwei zu sich nimmt, kommt es während der Schwangerschaft zu einer epigenetischen Fehlprogrammierung. Andersherum geschieht dasselbe: So fanden Forscher heraus, dass mangelernährte Mutter kleinere Kinder zur Welt bringen. Auch wenn diese in guten Verhältnissen aufwachsen und immer genug zu essen haben, sind auch deren Kinder klein. Die epigenetischen Strukturen können also über mehrere Generationen bestehen bleiben.

Sich besonders während der Schwangerschaft gesund zu ernähren, ist also nicht nur für die Mutter, sondern auch für das Kind wichtig. Schließlich bestimmt auch der Lebenswandel der Mutter, ob das Kind beste Chancen hat, sich im Leben zu behaupten.

 

Quellen und weitere Infos:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/131610/Epigenetik-und-Ernaehrung-Folgenreiche-Fehlprogrammierung

http://epigenome.eu/de/2,48,1015

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