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Dieser Artikel wurde am
18. Juni 2014 veröffentlicht.

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Dankbarkeit: Eine alte Tugend im Fokus der Forschung

Dankbarkeit macht glücklichAls Rafael Hernandez die Kündigung im Briefkasten fand, setzte er sich gleich an seinen Schreibtisch, um einen Brief zu schreiben. Einen Dankesbrief. Er bedankte sich für die schöne Zeit, für die gute Zusammenarbeit und für all die Dinge, der er lernen durfte. Das Gefühl der Dankbarkeit schützte ihn nicht nur vor Wut und Frustration, die sonst seinen Tag verdorben hätten, sondern brachte ihm Jahre später, als er schon längst für eine andere Firma arbeitete, ein neues Jobangebot seines alten Arbeitgebers ein. Dankbarkeit macht das Leben leichter, das wissen rund 50 Prozent der Deutschen. Die restlichen 50 Prozent lassen sich vielleicht von neuen Forschungsergebnissen überzeugen.

Warum Dankbarkeit glücklich macht

Lange wurde die Wirkung von Dankbarkeit unterschätzt. Sie galt als altbackene Tugend, bestenfalls als Zeichen einer guten Kinderstube. Doch jetzt bringt die Forschung neuen Wind in die Diskussion. US-Forscher fanden heraus, dass dankbare Menschen gesünder, ausgeglichener und entspannter sind als Nörgler. Sie fühlen sich nicht nur besser, sondern stecken auch andere an: Vielleicht haben sie deshalb im Schnitt mehr Freunde und mehr Erfolg. Um sicherzustellen, dass sie nicht nur die Bessergestellten befragten, nahmen die amerikanischen Forscher auch das Lebensgefühl chronisch Kranker unter die Lupe. Mit denselben Ergebnissen: Diejenigen unter ihnen, die trotz ihrer Krankheit Dankbarkeit empfanden, waren zufriedener mit ihrer Situation. Und das hat gute Gründe …

Dankbarkeit schützt vor Krankheiten

„Alle Emotionen wirken sich auf den Körper aus. Vor allem unsere Organe sind äußerst empfänglich für unsere Gemütsbewegungen und Gefühle“, verrät Jean-Pierre Berral der „Für Sie“. Negative Gefühle wie Ärger, Trauer oder Angst können den Körper belasten. Der französische Osteopath ist nicht der erste, der das herausfand, denn auch der Volksmund weiß: Wer sich ärgert, dem läuft eine „Laus über die Leber“ oder „spuckt Gift und Galle“. Natürlich reagiert in schwierigen Situationen jeder anders, und nicht immer schlägt der Körper sofort Alarm. Doch negative Gefühle bleiben ein Gesundheitsrisiko, vor allem, wenn sie zum Dauerzustand werden. Wer regelmäßig an die Decke geht, leidet schnell unter Bluthochdruck, der wiederum gefährliche Herzerkrankungen auslösen kann. Wer dagegen auch in schwierigen Zeiten ein Auge für die schönen Seiten des Lebens behält und dankbar durchs Leben geht, lässt sich nicht so leicht provozieren und leidet seltener unter Gefühlsausbrüchen.

Die wirken sich natürlich auch auf die Psyche aus. Wenn negative Emotionen Körper und Geist immer wieder schwächen, haben psychische Störungen ein leichtes Spiel. Auch hier wirkt Dankbarkeit Wunder. So fanden Psychologen heraus, dass Dankbarkeit vor Depressionen, Angststörungen und Alkoholabhängigkeit schützt.

Dankbarkeit entwickeln: Zwei Tipps für den Alltag

Obwohl Dankbarkeit eine große Rolle spielt, ist sie ein rares Gut. Die Floskel „Dankeschön“ ist zwar weit verbreitet, doch wie weit reicht die Dankbarkeit wirklich? Sie hat einen mächtigen Gegner: Die Selbstverständlichkeit. Schönes Wetter, gutes Essen, freundliche Mitmenschen und glückliche Zufälle gehen im Alltagstrott schnell unter.

Da die Psychologie erkannt hat, wie wichtig Dankbarkeit ist, hat sie zwei Modelle entwickelt, die dieses positive Grundgefühl fördern sollen. Beim Count-your-blessings-Ansatz geht es darum, einmal täglich oder wöchentlich darüber nachzudenken, worüber man dankbar sein könnte. Das Gefühl anschließend auch auszudrücken, stellt der Expression-of-gratitude-Ansatz in den Vordergrund. Durch nette Gesten, Gespräche oder Briefe sollen auch andere von der eigenen Dankbarkeit profitieren. Schließlich freut sich derjenige, dem Sie danken, über die Anerkennung und wird mit seiner guten Laune vielleicht sogar andere anstecken.

 

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