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Dieser Artikel wurde am
28. Dezember 2012 veröffentlicht.

Arztsuche

BSE in Deutschland: Was wurde eigentlich aus dem Rinderwahn?

1351444_38010318Die BSE-Krise zählt zu den größten Lebensmittelskandalen Deutschlands. Aus Angst vor Ansteckung wurde Rindfleisch von fast allen deutschen Tellern verband. Selbst Gummibärchen, die Gelatine von Rindern enthalten können, standen auf der roten Liste. Heute gehören diese Szenen der Vergangenheit an. Doch was ist aus dem Rinderwahn geworden?

Wie alles begann

Der Rinderwahn nahm in England seinen Anfang. Hier zeigten die ersten Rinder merkwürdiges Verhalten: Sie waren zunehmend aggressiv und ängstlich, magerten ab und hatten Gehprobleme. Schließlich verendeten die infizierten Tiere. Als sich 1984 Tiermediziner der Sache annahmen, entdeckten sie verklumpte Eiweißbausteine im Gehirn, die zum Tod der Rinder geführt hatten.

Die Ursache der Infektion ist zwar immer noch nicht vollständig geklärt, doch gemeinhin gilt Tiermehl als der Auslöser. Denn erst als die Fütterung von Tiermehl verboten wurde, ebbte die Seuche langsam ab. Eine Rolle könnten jedoch auch die sogenannten Milchaustauscher gespielt haben, ein Ersatz der Muttermilch für Kälber, der z. T. auch tierische Fette enthalten kann.

Großen Aufruhr verursachten jedoch weniger die infizierten Rinder als die infizierten Menschen, die sich an verseuchten Fleisch angsteckt hatten und infolgedessen an einer Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit starben. Diese Hirnkrankheit wurde als „Alzheimer im Zeitraffer“ beschrieben und endete zwangsläufig tödlich. In England starben 174 Menschen an BSE.

Die Welle schwappt nach  Deutschland

Zunächst gingen die Politiker davon aus, dass BSE ein britisches Problem sei – und bleiben würde. Doch als im Jahr 2000 der erste deutsche BSE-Fall bekannt wurde, reagierten die Behörden schnell. Wurde ein infiziertes Rind gefunden, musste zuerst die ganze Herde geschlachtet werden. Später wurde diese Regel zwar etwas abgeschwächt, machte den Bauern das Leben jedoch immer noch schwer, bis die Regel 2007 ganz abgeschafft wurde.

Das Ende der Epidemie

Schnelltests und das baldige Verbot von Tiermehl in den Futtertrögen führten zur raschen Eindämmung der Epidemie. Insgesamt gab es in Deutschland rund 400 BSE-Fälle, die vor allem im Jahr 2000 und 2001 aufgedeckt wurden. Seitdem kamen nur noch vereinzelt Infizierungen vor: 2009 wurden nur noch zwei betroffene Rinder entdeckt. Doch seitdem scheint die Seuche tatsächlich ein Ende gefunden zu haben – es ist kein weiterer Fall bekannt geworden.  Der schnellen Reaktion der Behörden ist es zu verdanken, dass in Deutschland kein einziger Mensch an BSE starb. Rindfleisch und Gummibärchen dürfen also wieder bedenkenlos gegessen werden.

 

Quellen und weitere Infos:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gehirn/krankheiten/tid-20533/bse-erfolgreiche-infektionseindaemmung_aid_574974.html

http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Landwirtschaft/Tier/Tiergesundheit/BSE/BSE-FaelleDeutschland.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Milchaustauscher

 

 

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