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Dieser Artikel wurde am
2. Juli 2014 veröffentlicht.

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Barfußlaufen für Anfänger: Was Sie beachten sollten

Barfußlaufen für AnfängerJahrtausende ging der Mensch barfuß. Doch irgendwann bekam er kalte Füße:  Kälteeinbrüche, scharfkantige Steine und Gestrüpp führten zu einer neuen Erfindung. Schuhe machten das Leben von nun an leichter. Doch durch diesen neuen Trend ging auch etwas verloren: Der Kontakt zum Boden beispielsweise. Jetzt entdeckte ein Amerikaner, wie gesund es ist, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen – ganz ohne Schuhe. Was Anfänger beachten sollten, verrät dieser Artikel. 

Warum Barfußlaufen gesund ist

„Earthing“ heißt die Methode, die Clinton Ober empfiehlt. Hinter diesem neuen Fachbegriff steckt eine uralte Gewohnheit. Das Barfußlaufen. Was dahinter steckt, fanden Radprofis zufällig heraus: Als sie nach einer Tour über die nackte Erde stolzierten, um die Auswirkungen zu testen, machten sie überraschende Entdeckungen. Sie konnten sich besser entspannen, schneller einschlafen, hatten weniger Kopfschmerzen und einen niedrigeren Blutdruck. Sie fühlten sich insgesamt besser. Und das alles nur, weil sie im Kontakt mit Mutter Erde waren?

Noch fehlen Studien, die diese Wirkungen belegen könnten. Doch schon Sebastian Kneipp wusste, dass Barfußlaufen gesund ist. Und integrierte es in sein Kurkonzept. Er lobte vor allem die durchblutungsfördernde Wirkung und die abhärtenden Effekte, die von einem Spaziergang durch taufrische oder schneebedeckte Wiesen zu erwarten sind – wenn man barfuß unterwegs ist.

Aber auch Orthopäden sprechen sich fürs Barfußlaufen aus. Sie betonen, dass sich auf diese Weise die Muskulatur stärken lässt. Das ist wichtig, um Erkrankungen wie Fersensporn und Achillessehnenentzündung vorzubeugen, wie der Sportmediziner Dr. Marquardt erklärt. Nur wenn derartige Krankheiten bereits vorliegen, ist das Barfußlaufen nicht unbedingt empfehlenswert.

Shoppen ohne Schuhe

Auf weichem, natürlichem Untergrund macht Barfußlaufen am meisten Spaß – und ist für Anfänger geradezu ideal, um erste Schritte ohne Schuhe zu machen. Doch in der Stadt aufs Schuhwerk zu verzichten, ist ebenfalls reizvoll: Abwechslungsreiche Untergründe fordern die Muskeln heraus und stärken sie. Aber auf der Straße lauern auch Gefahren: Spitze Gegenstände können Verletzungen verursachen. Wer gegen Tetanus geimpft ist, beugt das Infektionsrisiko vor. Sollten Sie allerdings unter Gefäßkrankheiten oder Diabetes leiden, gehören Sie zur Risikogruppe und sollten Ihre Schuhe besser anbehalten.

Barfuß joggen – geht das?

Mittlerweile haben sogar Jogger das Barfußlaufen für sich entdeckt. Diese neue Laufschule betont, dass „Natural Running“ die Knie weniger belastet. Denn wer barfuß unterwegs ist, kommt auf dem Vor- und Mittelfuß auf, der wiederum den Aufprall abfedert. Allerdings hat dieser Trend einen entscheidenden Nachteil: Die wenigsten Jogger laufen auf Asphalt oder durch weiche Sommerwiesen. Oft passieren sie Forstwege, wo spitze Kieselsteine lauern. Barfußlaufschuhe, die die Füße schützen und trotzdem ein Gefühl für den Untergrund vermitteln, sind eine Alternative für Anfänger, die noch keine dicke Hornhaut entwickelt haben.

Barfuß durch den Winter?

Im Winter zittern nicht nur Anfänger, sondern auch viele fortgeschrittene Barfußläufer. Es gibt aber Ausnahmen. Andreas Löher zum Beispiel, dem die Kälte nichts ausmacht und der kleine Glasscherben gar nicht mehr bemerkt. Ernsthaft verletzt hat er sich noch nie, dafür aber einige verunsicherte Kommentare geerntet. Wenn Kinder ihre Eltern fragen, warum „der Mann da“ keine Schuhe trägt, kommt manchmal eine Antwort wie: „Vielleicht hat er kein Geld, sich welche zu kaufen“, berichtet Andreas Löher dem WDR. Für den Notfall hat er allerdings drei paar Schuhe zu Hause gehortet – falls festliche Anlässe eine bestimmte Geraderobe erfordern, zum Beispiel.

 

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2 Kommentare

  1. Mariatu
    20. Juli 2014

    Ich wollte fragen, welche vor und Nachteile es hat barfuß zu laufen

    • Redaktion
      25. Juli 2014

      Barfußlaufen stärkt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und soll auch für die Psyche gut sein. Allerdings besteht auch ein Verletzungsrisiko. Letztlich muss jeder selbst abwägen, ob Vor- oder Nachteile überwiegen.

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