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Dieser Artikel wurde am
20. März 2014 veröffentlicht.

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Achtsamer leben: Eine kleine Einführung in MBSR

health club: man and women doing yoga.Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Was Aristoteles vor rund 2.300 erkannte, wird auch Wissenschaftlern immer klarer. Langsam verstehen Forscher, dass der Mensch nicht nur aus einzelnen Körperteilen besteht, die im besten Fall funktionieren. Und dass die Psyche eine entscheidende Rolle spielt, wenn es um Prävention oder Genesung geht. Kein Wunder also, dass immer mehr Techniken entwickelt werden, die helfen sollen, sich diese schlummernde Kraft zunutze zu machen. Eine Technik, deren Wirkung besonders viele Studien belegen, heißt MBSR. Hier eine kleine Einführung in diese Methode.

Der Ursprünge von MBSR

Er war 27 Jahre alt, als er 1971 den Doktortitel für Molekularbiologie am Massachusetts Institute of Technology erhielt. Er war einer von vielen. Doch Jon Kabat-Zinn beschäftigte sich nicht nur mit Molekularbiologie, sondern auch mit östlichen Weisheitslehren. Und machte es sich zum Ziel, Ansätze des Hatha Yoga und des Buddhismus in die westliche Medizin zu integrieren. Eine gewagte Idee – die von Erfolg gekrönt sein sollte.

Nur acht Jahre nach seiner Promotion gründete Jon Kabat-Zinn die „Stress Reduction Clinic“, an der er eine neue Methode entwickelte, die helfen sollte, Stress abzubauen. Die Effekte seines Verfahrens, MBSR oder „Mindfulness-Based Stress Reduction“ genannt, überprüfte er anhand zahlreicher Studien. Und stellte fest, dass die Jahrtausende alten Techniken Asiens auch im Computer-Zeitalter gut funktionieren.

Was sagt die Forschung?

Mittlerweile gibt es sehr viele Studien, die Jon Kabat-Zinns Methode auf Herz und Nieren geprüft haben. Die Ergebnisse sind so vielfältig wie die Studien: MBSR reduziere Angststörungen, Depressionen, Essstörungen, Stress, Schmerz u.v.m., so die Forschungsergebnisse. Das rege Interesse der Wissenschaftler an MBSR führte dazu, dass sich immer mehr Kliniken und Gesundheitszentren dieser Methode annahmen. Mittlerweile sind es rund 300, die MBSR in ihr therapeutisches Angebot integriert haben. Wie reagieren die Patienten darauf?

Effekte & Nutzen

MBSR ist kein Wundermittel. Und vor allem keine einfache Lösung, die das Problem schnell beseitigt. Im Gegenteil: MBSR fordert dazu auf, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen, bewusst damit umzugehen und dadurch eine Besserung zu erzielen. Das erfordert nicht nur viel Zeit und Offenheit, sondern auch Mut und Kraft. Doch neue Möglichkeiten wecken auch Neugier – und Hoffnung. So stellen Patienten, die regelmäßig MBSR üben, schließlich verschiedenste Veränderungen fest. Manche erleben, wie ihre Symptome schwächer werden, andere fühlen sich insgesamt besser, vitaler, sind nicht mehr so ängstlich und können sich selbst besser annehmen. Was mussten die Patienten lernen, um diese Effekte zu erzielen?

MBSR erlernen

Ein MBSR-Kurs dauert in der Regel acht Wochen. Dabei lernen die Teilnehmer in wöchentlichen Sitzungen, ihre Achtsamkeit zu schulen. Beim sogenannten Body-Scan nehmen die Teilnehmer jeden Winkel ihres Körpers bewusst wahr, ohne negative Gefühle oder Blockaden zu bewerten. Auch Yoga-Übungen und Sitz- bzw. Gehmeditation sind Teil des Trainings. Dabei geht es immer darum, genau zu beobachten, was geschieht, ohne irgendetwas zu verdrängen oder festzuhalten. Doch da es gar nicht so einfach ist, alte Muster zu durchbrechen und auch schwierige Situationen loszulassen, sollte MBSR jeden Tag auf dem Programm stehen. Rund 45 Minuten sollte man mindestens, um langfristig Fortschritte zu erzielen.

 

Quellen und weitere Infos:

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